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Archäologie und Geschichte

Die Region Mëllerdall ist ein Archiv der frühesten Geschichte des Landes Luxemburg. An vielen Stellen findet man Hinweise dafür, dass sich der Mensch die Region und ihre naturräumliche Ausstattung schon immer zunutze gemacht und sie verändert hat. Unzählige behauene oder geschliffene Steinwerkzeuge sowohl von den Hochflächen wie auch von Felsüberhängen und Höhlen belegen, dass der Mensch schon seit der Altsteinzeit in dieser Region lebte. Der Loschbour-Mensch, das Skelett des „ältesten Luxemburgers“ aus der Mittelsteinzeit wurde 1935 im Tal der Schwarzen Ernz entdeckt. In seiner Nähe wurden noch etwas ältere menschliche Knochen in einer Feuerbestattung gefunden. Zahlreiche Felsüberhänge, Höhlen und Felssporne wurden zeitweilig oder dauerhaft als Siedlungsplatz gewählt. Während des Mesolithikums, der Mittleren Steinzeit, war die Region noch durch eine weitgehende Waldbedeckung gekennzeichnet. Die Menschen führten ein Leben als Jäger und Sammler. Mit dem Übergang in die Jungsteinzeit, der "neolithischer Revolution", begann der Mensch mit dem Roden des Waldes und mit Ackerbau. (Vorgeschlagener Weg: Heffingen, Nommern, Bech).

Das Skelett des Loschbourmannes (Nachbildung ausgestellt im MNHA, Luxemburg Stadt und im Hihof, Echternach).
Ein zeitweiliger steinzeitlicher Lagerplatz unter einem Felsüberhang (Berdorf) (Copyright der Bilder: MNHA)

Während der Metallzeiten (Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit), wurden lokale Vorkommen von Erzen verhüttet, z.B. Eisen, das in den Klüften im Luxemburger Sandstein gefunden wurde. Grabhügel (Tumuli) aus jener Zeit sind an vielen Stellen zu finden. Spätestens die Kelten hatten durch ihre Aktivitäten die ursprüngliche Naturlandschaft vollständig in eine Kulturlandschaft überführt.

Auch aus der Römerzeit finden sich zahlreiche Hinterlassenschaften: in Echternach wurde eine reiche römische Villa ausgegraben. Informationen zur Villa sind in einem nebenan errichteten kleinen Museum verfügbar, sowie im Echternacher Abteimuseum und dem MNHA in Luxemburg Stadt. Im Mittelalter wurden Burgen wie in Beaufort oder Larochette aus dem Luxemburger Sandstein gebaut. Die Hohllay bei Berdorf war wohl seit der Römerzeit ein Steinbruch. Vom Mittelalter bis zum 19. Jh. wurden dort auch Mühlsteine für die zahlreichen Mühlen der Region gebrochen. Noch heute kann man dort die runden Abbauspuren sehen.

Hohllay, ein ehemaliger Mühlsteinbruch
Die Burg Larochette

Zahlreiche weitere alte Steinbrüche zeugen vom ökonomischen Wert des lokalen Rohstoffes Stein. Zwischen Grundhof und Beaufort sowie zwischen Larochette und Ernzen wurden zum besseren Transport der Steine Schmalspurbahnen angelegt, die bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts zu den Steinbrüchen führten (vorgeschlagener Weg: Beaufort). Auch Gips wurde abgebaut (z.B. in der Gemeinde Ralingen) und in Gipsmühlen zu Dünger oder Baustoff verarbeitet. Zahlreiche der Bausteine, die an alten Mauern oder Gebäuden beobachtet werden können, stammen aus der Naturparkregion (vorgeschlagener Weg: Echternach). Dolomit eignet sich aufgrund seiner Härte als Bruchstein und damit als Baustein. Er wurde zum Mauer- (häufig auf zum Trockenmauer-) und Hausbau eingesetzt. Aus Sandsteinen, die sich auch als Werkstein eignen, wurden neben Gebäuden zahlreiche Zierelemente wie Fensterrahmen und z.B. auch Grabsteine hergestellt.

Trockenmauer aus Dolomit (Born)
Kanzel aus Sandstein (Beaufort)

Ein weiteres wichtiges Baumaterial ist der Mergel, der die Grundlage für Ziegel und Backsteine bildet. Der Flurname „Leemkaul“ ist heute noch häufig. In solchen Gruben wurde auch Mergel entnommen, um ihn aufgrund seines Ton- und Kalkgehalts zur Verbesserung der Eigenschaften von Sandböden einzusetzen (die darin enthaltenen Tonminerale können Wasser und Nährstoffe speichern). War die Wirkung des Mergels auf einem Sandacker aufgezehrt war der Boden „ausgemergelt“ und es musste neuer Mergel aufgebracht werden.

Bevor im Süden Luxemburgs die Eisenerze der "Minette" verhüttet werden konnte, gab es im Natur- und Geopark Mëllerdall, in Fischbach, Grundhof und Haller Schmelzen, in denen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Erzvorkommen wie Raseneisenerz oder Eisenvorkommen aus dem Luxemburger Sandstein verhüttet wurden (Vorgeschlagener Weg: Fischbach).

Links zu den auf dieser Seite vorgeschlagenen Wegen

Gemeinde Heffingen: H1

Gemeinde Nommern: Champignon

Gemeinde Bech: Mullerthal Trail Extra Tour C

Gemeinde Beaufort: Mensch & Stein

Gemeinde Echternach: Via Epternacensis (1)

Gemeinde Fischbach: F1