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Geoloigsche Zeitrechnung und Geologische Karte

Die geologische Zeitrechnung umfasst mit ihren Millionen Jahren einen zeitlichen Bereich, der zunächst nur schwer vorstellbar ist. Aber der „Pulsschlag“ der geologischen Prozesse ist sehr langsam, viele Prozesse dauern einfach lang. Wenn man sich z.B. vorstellt, wie gering (wenn auch ärgerlich!) die Kalkablagerungen in der Kaffeemaschine sind, manche geologische Kalkschicht aber bis zu einigen 10 Meter dick ist, dann beginnt man, ein Gefühl auch für diesen zeitlichen Maßstab zu bekommen.
(Eigentlich hinkt der Vergleich der Bildung von Kalkschichten im Meer und in der Kaffeemaschine, weil das Meerwasser nur langsam verdunstet und nicht kocht und so die Bildung von Kalkstein noch viel langsamer von statten geht.)

Wie die Namen der Monate im Jahr oder die Namen der Tage in der Woche helfen Namen (und ihre Abkürzungen) für bestimmte Zeiten, die Reihenfolge der Schichten zu gliedern. Grenzen zwischen Schichten liegen dort, wo wichtige Gesteinswechsel auftreten, z.B. von einem Mergel zu einem Sandstein. Jeder Schichtstapel, der sich in seinen Eigenschaften deutlich von dem darunter und darüber liegenden unterscheidet, wird gezählt. Gezählt wird von unten nach oben, weil – wie bei einem selbst aufgetürmten Stapel Bücher – die älteren Schichten (Bücher) unten liegen und zuerst abgelagert wurden. Und es lässt Spielraum für die Schichten, die in der Zukunft noch abgelagert werden....

Ein Wechsel geologischer Schichten: Mergel (unten) auf Sandstein (oben) in einer Baugrube in der Naturparkregion.

Das nächste Bild zeigt die regelhafte Abfoge der geologischen Schichten in der Region des Natur- und Geoparks. Es ist ein Ausschnitt aus der Abfolge, die für ganz Luxemburg gilt. Dargestellt sind:

  •      das Alter der Gesteine (die Zeiten, in denen die Schichten abgelagert wurden) in Millionen Jahren,
  •      die Mächtigkeit (Dicke) der jeweiligen Schichten im Meter,
  •      die Gesteinsarten und
  •      die Gesteinseigenschaften

(copyright: Service Géologique de l'Etat, www.geologie.lu).

Achtung: Der „Gilsdorfer Sandstein“ findet sich erst nordwestlich der Region.

Die Legende zur Geologischen Karte (s. unten). Zum Vergrößern bitte anklicken.

Geologische Karte

Die Gesteine, die an verschiedenen Stellen im Natur- und Geopark Mëllerdall an der Oberfläche zu finden sind, stammen aus dem Mesozoikum oder Erdmittelalter. Die für die Ablagerung in der Region relevanten Zeiten innerhalb des Erdmittelalters heißen Trias und Jura. Die Trias gliedert sich weiter in die Zeiten Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, das Jura in Lias, Dogger und Malm (in der Region sind aber nur noch Schichten aus der Zeit des Lias zu finden). Unter den Schichten des Erdmittelalters, aber nirgends in der Region Mëllerdall sichtbar, liegen Gesteine aus dem Erdaltertum. Diese bilden im Ösling im Norden Luxemburgs die Oberfläche aus Schiefer, Quarziten und Sandsteinen. In der Natur- und Geoparkregion liegen sie unter den Gesteinen aus der Zeit des Erdmittelalters verborgen. Die jüngsten Gesteine der Region stammen aus der Erdneuzeit. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Ablagerungen der Bäche. Sie sind noch nicht verfestigt und werden deshalb Lockergesteine genannt.

Jede Schicht eines bestimmten Alters bekommt, international normiert, eine spezielle Farbe zugewiesen. Diese sind auf einer geologischen Karte dort dargestellt, wo die Gesteine dieser Zeit an der Oberfläche liegen. Zunächst sagt eine geologische Karte also nur etwas über das Alter der Gesteine. In der Region des Natur- und Geoparks sind während einer bestimmten Zeit aber überall etwa die gleichen Gesteine abgelagert worden, so dass man aus der Farbe auch das Gestein ableiten kann, ohne zu große Fehler zu machen.

So entsteht eine Geologische Karte:

Die geologische Karte der Naturparkregion (copyright Service Géologique de l'Etat, www.geologie.lu). Zum Vergrößern bitte anklicken.

Die ältesten Schichten in der Region Mëllerdall stammen aus einer Zeit, die Buntsandstein (so) genannt wird. Abgelagert wurden v.a. bunte (rote!) Sandsteine - daher der Name der Zeit!. Man findet sie nur im Osten des Natur- und Geoparks, im Sauertal. Namensgebend für die darüber lagernden Schichten des Muschelkalks ist eine andere Region. In der Natruparkregion gibt es weder Kalksteine noch findet man viele Muscheln aus dieser Zeit, dafür tw. zahlreiche Seelilienstängel. In der Natur- und Geoparkregion wurden stattdessen nacheinander Sandstein (mu), Mergel mit Gips (mm) und Dolomit (mo) abgelagert. Darauf liegen die v.a. mergeligen Sedimente der Zeit des Keupers (ku-km), die durch einen Sandstein und einen Tonstein abgeschlossen werden (ko). Das darauffolgende Jura ist in der Region noch durch die Sedimente aus der Zeit des unteren Lias (li) vertreten. Im zentralen Teil des Natur- und Geoparks sind das die Schicht des „Luxemburger Sandsteins“ (li2), der in kalkig-tonige Schichten („Mergel von Elvange“ (li1), „Mergel und Kalke von Strassen“ (li3)) eingebettet ist.

Die jüngsten Schichten in der Natur- und Geoparkregion Mëllerdall wurden ähnlich wie in einer langgezogenen Mulde abgelagert. Diese „Weilerbacher Mulde“ wird im Südosten vom “Borner Sattel“ begrenzt, im Nordwesten bildet das Ösling den Rand. Die Schichten sind deshalb vom Zentrum nach außen schräg gestellt. Zusätzlich sind sie an tiefreichenden Rissen, sogenannten Verwerfungen, fast senkrecht gegeneinander verschoben. Das führt dazu, dass Gesteine unterschiedlichen Alters auf gleicher Höhe liegen. Das jüngste Gestein liegt im Zentrum der Mulde, nach außen werden die Gesteine, die an der Oberfläche zu finden sind, älter. Nach Südwesten tauchen die Schichten unter immer jüngeren Sedimenten in Richtung des "Pariser Beckens", ebenfalls ein ehemaliges Meeresbecken, ab.

Auf dem generalisierten Schnitt durch die Region Mëllerdall ist die muldenförmige Lagerung der Schichten zu erkennen ist. Man erkennt die senkrechten Verwerfungen, die das gesamte Schichtpaket von oben bis unten durchziehen. Klüfte, nicht ganz so tief reichende senkrechte Risse in den einzelnen Schichten, sind ebenfalls dargestellt.

Der geologische Schnitt durch die Region wurde im Zuge des LEADER-Projektes "Mensch & Stein" in den Gemeinden Beaufort und Mompach errichtet und wurde mit Originalsteinen der jeweiligen Schichten beklebt.

Fossilien

Auch Fossilien, Überreste gestorbener Lebewesen, können bei der Datierung von Sedimenten hilfreich sein. In der Erdgeschichte waren nämlich zu verschiedenen Zeiten die jeweiligen ökologischen Bedingungen für unterschiedliche Lebewesen günstig.

In einzelnen, zumeist schlecht zugänglichen Schichten der Natur- und Geoparkregion finden sich Fossilien. Sehr häufig ist die fossile Auster Gryphaea arcuata, die im Volksmund Teufelskralle genannt wird. Sie kommt in den Schichten der "Mergel und Kalke von Strassen" (li3) auf einem Teil der Plateaus im Zentrum der Natur- und Geoparkregion in zahlreichen Exemplaren vor (Vorgeschlagener Weg: Heffingen). Da auch sie bei Regen von den Plateaus in die Bäche gespült werden, kann man sie auch in allen Bächen finden, die ihren Ursprung auf den Plateaus haben, die mit den "Mergel und Kalken von Strassen" bedeckt sind.

Ein Exemplar der fossilen Auster Grypaea arcuata, direkt aus den Schichten des li3.
Im Kies der Schwarzen Ernz am Schiessentümpel finden sich zahlreiche Exemplare der Teufelskralle.

Links zu den auf diesen Seiten vorgeschlagenen Wegen

Rundweg H1 Heffingen