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Grundwasser

Die Gesteine im Untergrund sind ein wichtiger Faktor im Wasserkreislauf. Sie können Wasser speichern und wieder abgeben.
Diese Fähigkeit eines Gesteins, Wasser zu speichern und wieder abzugeben, ergibt sich zum einen aus der Anzahl und Größe der Poren, also der Hohlräume zwischen den Mineralkörnern. Poren gibt es in der Region im Sandstein, im Mergel, im Tonstein sowie in allen Lockergesteinen. Sie können mit Luft aber auch mit Wasser gefüllt sein. Die Poren im Sandstein zwischen den einzelnen Sandkörnern sind relativ groß, Poren im Mergel oder Tonstein dagegen sehr klein. Deshalb kann Wasser im Sandstein relativ schnell versickern, wohingegen es sich im Tonsteins nur sehr langsam bewegt. Auch in Klüften, senkrechten Spalten im Gestein, kann sich Wasser durch den Gesteinskörper bewegen. Sie durchziehen in der Region die porösen Sandsteine genauso wie die porenfreien Dolomite und Kalksteine von oben nach unten.

Klüfte im Dolomit
Kluft im Sandstein
Poren im Sandstein

Bei Regen sickert Niederschlagswasser durch die Poren bzw. Klüfte senkrecht nach unten. Dort, wo ein schlecht wasserdurchlässiges Gestein unter einem gut durchlässigen Gestein liegt, wird es gestaut und bildet einen Grundwasserkörper, in dem alle Poren und Klüfte wassergefüllt sind. In den Poren und den mit Sand gefüllten Klüften des Sandsteins wird das Wasser gefiltert, also von Schwebstoffen gereinigt. Gelöste Stoffe wie Salze oder Pestizide lassen sich allerdings nicht aus dem Wasser herausfiltern. Offene Klüfte sind nicht mit Sand gefüllt und typisch für den porenfreien Dolomit und den Kalkstein. Sie haben keine Filterwirkung. Das Wasser kommt unten so an, wie es oben hineingekommen ist.

Im Übergang von schlecht wasserdurchlässiger Mergel unter kluftreichem, sehr gut wasserdurchlässigem Sandstein tritt Grundwasser aus (Photo: Baugrube in der Naturparkregion).

Das Grundwasser löst auf seinem Weg durch das Gestein die im Gestein befindlichen löslichen Carbonate (Kalzit und Dolomit) auf. Reiner Kalkstein und Dolomit werden so mit der Zeit aufgelöst. Im Luxemburger Sandstein wird der Kalk gelöst, der das Bindemittel zwischen den Quarzkörnern bildet. Tritt dieses kalkreiche Wasser an einer Quelle an die Oberfläche, kann sich durch Verdunstung des Wassers und andere Prozesse wieder fester Kalk bilden. Dies geschieht auch heute noch. Dabei entsteht Kalktuff, das jüngste Festgestein der Region (Vorgeschlagener Weg: Consdorf, Mullerthal Trail).

Kalktuff...

... als dünne Lage auf einem Stück Holz abgelagert
... als mit der Zeit gewachsenes Gestein
... als Ablagerung auf einem Felsen.
 

In der Natur tritt Grundwasser oft an unscheinbaren kleinen Quellen aus. Man erkennt sie z.B. am nassen Laub, an das sich evtl. ein kleineres Rinnsal anschließt. In der Region des Natur- und Geoparks machen die zahlreichen Quellfassungen deutlich, dass das Grundwasser wichtig für die Trinkwasserversorgung ist. In den Tälern sieht man oft die Anlagen, die zur Gewinnung des Wassers als Trinkwasser errichtet wurden. Sie liegen dort, wo der Übergang von Sandstein auf Mergel angeschnitten ist (Vorgeschlagener Weg: Bech). Auch unter dem Dolomit befindet sich eine Mergelschicht, die das Wasser in den Klüften des Dolomits staut. Dieser Grundwasserträger wird ebenfalls zur lokalen Wasserversorgung genutzt. Um das Trinkwasser vor Verunreinigungen mit Schadstoffen zu schützen, ist die Ausweisung von Schutzzonen um die Quellen herum unumgänglich. Die Region kann damit aber fast vollständig autark in der Trinkwasserversorgung sein.

Ungefasste Quellen in der Naturparkregion...

... und eine gefasste Quelle in der Naturparkregion.
 

Eine Besonderheit findet man im Sauertal bei Rosport. Dort tritt Kohlensäure aus dem Untergrund aus. Sie hat als Späterscheinung des Eifel-Vulkanismus ihren Weg über Klüfte im Gestein bis hierher gefunden. Sie ist im Wasser gelöst und so tritt hier Sprudel an die Oberfläche.
Bei Born im Sauertal gibt es eine weitere Besonderheit. Hier tritt salzhaltiges Wasser aus dem Untergrund, das im 16.-18. Jahrhundert zur Salzgewinnung genutzt wurde.

Links zu den auf diesen Seiten vorgeschlagenen Wegen

Gemeinde Consdorf: Mullerthal Trail Route 3, Kalktuffquelle

Gemeinde Bech: Mullerthal Trail Extra Tour C