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18 Monate Naturpark Mëllerdall:

eine erste Zwischenbilanz

Die Ministerin für Umwelt, Carole DIESCHBOURG, der Staatssekretär für Kultur, Guy ARENDT, und der Präsident des Naturpark Mëllerdall, Camille HOFFMANN, luden zu einer Pressekonferenz ein, um eine erste Zwischenbilanz seit der Gründung des Naturparks zu ziehen und die Kandidatur des Naturpark Mëllerdall als UNESCO Geopark anzukündigen. Mit anwesend am Tisch war auch Simone Beck, die Präsidentin der nationalen Kommission für die Zusammenarbeit mit der UNESCO.

Mit dem großherzoglichen Reglement vom 17. März 2016 wurde der Naturpark Mëllerdall offiziell gegründet. Gefeiert wurde dieses Ereignis im Beisein von S.K.H. Großherzog Henri und zahlreichen Ehrengästen am 10. Juni 2016 vor eindrucksvoller Kulisse, im mitten im Wald gelegenen Amphitheater in Berdorf.
Gemäß der luxemburgischen Gesetzgebung sind Naturparke ein Instrument der Landesplanung und unterstützen die nachhaltige Regionalentwicklung im ländlichen Raum. Der Aufbau des Naturpark Mëllerdall war ein partizipativer Prozess: In zahlreichen Versammlungen konnten alle Interessierten ihre Ideen einbringen. Darüber hinaus fand ein Aufruf für Projektideen statt: 101 Ideen wurden von unterschiedlichsten Akteuren eingereicht. Nach den ersten 18 Monaten seit der Gründung des Naturparks kann eine positive Zwischenbilanz gezogen werden: Mehr als die Hälfte der eingereichten Projektideen wurde vom Naturpark und seinen Partnern in Angriff genommen bzw. durchgeführt. Wesentliche Triebkraft für die guten Resultate ist die enge Zusammenarbeit mit allen Partnern: Vereinigungen, Landwirte, Privatleute, Verwaltungen und die Naturparkgemeinden. Seit dem 24. Juli unterstützt zudem eine beratende Kommission aus Vertretern verschiedener Interessensgruppen den Naturpark bei der Ausarbeitung neuer Projekte.

Konkrete Projekte in der Region und für die Region
Projektbeispiele sind ein Gemeinschaftsgarten, ein Bienenlehrpfad, ein Pilotprojekt zur Extensivierung kommunaler Grünflächen sowie das Pflanzen von mehr als 1000 Obstbäumen in einem Projekt zum Erhalt unserer Bongerten.
2016 wurden zwei große EU-Projekte in Brüssel bewilligt – ein INTERREG Va sowie ein integriertes LIFE Projekt. Beide Projekte werden stark vom Nachhaltigkeitsministerium unterstützt. Im ersten geht es während vier Jahren um den Erhalt der Trockenmauern in der Großregion sowie das Wiederbeleben dieses alten Handwerks. Im zweiten Projekt, das den Titel ZENAPA (zero emission nature protection areas) trägt und acht Jahre dauern wird, steht der Klimaschutz im Vordergrund: Geplant sind unter anderem die Gründung einer regionalen Energiekooperative und die verbesserte Nutzung von Landschaftspflegeholz in kommunalen Heizungen.
Gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsministerium wurde außerdem an der Erstellung von Kriterien für regionale Produkte gearbeitet. Um die Vernetzung der Produzenten zu verbessern, wurde eigens zu diesem Zweck ein Produzenten-Berater eingestellt. Schließlich fand, zusammen mit den zuständigen Stellen im Nachhaltigkeitsministerium, eine gemeinsame Standortsuche für Gewerbegebiete in der Region statt. Die Umklassierung dieser Flächen obliegt den Gemeinden, die konkrete Umsetzung übernimmt der kommunale Zweckverband SIAEE.

Kandidatur für das Unesco-Geopark Label im Herbst
Auch der Blick nach vorne lohnt sich. Ein weiteres Großprojekt, das ansteht, ist die Kandidatur des Naturpark Mëllerdall für das Label UNESCO Global Geopark, welche im Herbst diesen Jahres nach umfangreichen Vorarbeiten eingereicht wird. Die Entscheidung erfolgt nach einem intensiven Begutachtungsprozess im September 2018. Das Label greift die Ziele des Naturparks auf und legt einen Schwerpunkt auf die Geologie – ein zentrales Element des Naturpark Mëllerdall mit seinen imposanten Felslandschaften.
Falls der Region dieses Label verliehen wird, erhält der Naturpark Mëllerdall dadurch einen international anerkannten Status für sein sehr wertvolles Natur- und Kulturerbe und unterstützt damit auch die touristische Entwicklung der Region.

Dateien:
20170918_conf_presse_PNM.pdf(7.9 MB)
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